58% der SPD-Wähler sind fürs BGE – ein Kommentar zum Gastbeitrag von Frau Fahimi

Frau Fahimi bezeichnet in diesem Gastbeitrag das Bedingungslose Grundeinkommen als Kapitulation, ähnlich hat es auch schon der Bundespräsident Frank Walter Steinmeier kürzlich formuliert. Doch darin irrt sie. 

„58% der SPD-Wähler sind fürs BGE – ein Kommentar zum Gastbeitrag von Frau Fahimi“ weiterlesen

Replik auf Silke Bothfeld

In Vorbereitung auf die Veranstaltung zum Grundeinkommen am 13.02.18 in Hannover im Pavillion habe ich mir die Argumentation von Silke Bothfeld angesehen und lasse es mir nicht nehmen, darauf eine Replik zu schreiben.

Frau Professor Bothfeld geht von ein paar Grundprämissen bezüglich des Grundeinkommens aus, die nicht allgemeingültig richtig sind. Und so komme ich, mal wieder sehr schnell, an den Punkt zu sagen: Wer gegen das Grundeinkommen argumentiert, tut dies meist nur gegen eine bestimmte Variante. Statt also gegen die Idee per se zu sprechen, wäre es sinnvoller, bestimmte Rahmenbedingungen zu fordern, unter denen das Grundeinkommen für sie akzeptabel wäre.

„Replik auf Silke Bothfeld“ weiterlesen

Und noch ein Leserbrief

Sehr geehrter Herr Mosmann,

Sie haben in Ihrem Schreiben um die Perspektive eines Grundeinkommens-Befürworters zu ihrem Artikel gebeten. Diese stelle ich hiermit zur Verfügung, auch wenn ich nicht zur Zielgruppe Ihrer Zeitschrift gehöre:

„Und noch ein Leserbrief“ weiterlesen

Ist das BGE eine Stilllegungsprämie?

Immer wieder, vor allem von links, höre ich das Argument, das Bedingungslose Grundeinkommen würde Menschen aus einem grundsätzlich positiven Arbeitsprozess fernhalten und statt dessen mit dem Grundeinkommen als Stilllegungsprämie abspeisen. Ist da was dran?

„Ist das BGE eine Stilllegungsprämie?“ weiterlesen

Opium für das Volk?

Anke Hassel befindet das Grundeinkommen für alle erst als süßes Gift und nun als Opium für das Volk

Das Bedingungslose Grundeinkommen sei Opium fürs Volk, schreibt die Wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, in ihrem Beitrag vom 15.1.18 im IPG-Journal.

„Opium für das Volk?“ weiterlesen

Gegen Armut und Ausnutzung zu sein ist nicht elitär, Herr Butterwegge!

Meine Antwort auf die Außenansicht von Herrn Christoph Butterwegge in der Süddeutschen Zeitung zum Thema Grundeinkommen, “Das Grundeinkommen ist nicht egalitär, sondern elitär”:

„Gegen Armut und Ausnutzung zu sein ist nicht elitär, Herr Butterwegge!“ weiterlesen

Antwort auf “süßes Gift”

Meine Antwort auf http://www.sueddeutsche.de/politik/aussenansicht-suesses-gift-1.3367355

Sehr geehrte Frau Hassel,

Sie beschreiben in Ihrem Artikel sehr schön anschaulich die Vorteile des Bedingungslosen Grundeinkommens. Doch leider argumentieren Sie damit, es sei trotz allem eine Sackgasse. Deswegen möchte ich kurz auf Ihre Kritikpunkte eingehen:

  1. Sie beschreiben, dass es gut sei, für die sogenannte Mittelschicht, sich frei entfalten zu können. Dem stimme ich zu. Warum das allerdings nur für die Mittelschicht gelten solle, erschließt sich mir nicht. Der Punkt, dass junge Menschen „aus der benachteiligten Hälfte der Gesellschaft“, wie Sie sie nennen, weniger motiviert seien, etwas Sinnvolles aus ihrem Leben zu machen, zeugt von elitärer Überheblichkeit sondergleichen. Intrinsische Motivation ist psychologisch gut belegt, und zwar für ALLE Menschen. Die Effekte, die Sie vielleicht meinen und heutzutage leider zu beobachten sind, beruhen wohl eher darauf, dass viele aktiv davon abgehalten werden, sich selbst zu verwirklichen. Durch Drangsalierungen des Jobcenters, durch ungerechte Behandlung in den Schulen und auf dem Arbeitsmarkt und, ja auch das, auch durch schlechte Vorbilder. Ein Grundeinkommen hingegen würde Kinderarmut reduzieren, die Bildungschancen damit für alle verbessern und auch eine längere Ausbildung/Studium für die ermöglichen die keinen finanziellen Background vom Elternhaus haben.
  1. Sie sprechen dem Bedingungslosen Grundeinkommen die Gesellschaftliche Legitimation ab. Das würde ich die Bevölkerung lieber selbst entscheiden lassen. Ihrer Meinung nach ließe es sich mit dem Gerechtigkeitssinn der Mitte nicht vereinbaren, obwohl das ja genau die sind, die Ihrer Meinung nach davon am meisten profitieren (s. Argument 1). Widersprechen Sie sich da nicht vor allem selbst? Wie viel Umverteilung wir wollen und wie ein Grundeinkommen finanziert würde, sind wichtige Fragen, die gestellt werden müssen. Klar sollte sein, dass es prinzipiell ginge und eben eine Frage der politischen Willensbildung ist. Das vorab über die Köpfe hinweg schon sagen zu wollen, empfinde ich ebenfalls als sehr von oben herab. Aus meiner Sicht profitieren alle von einer gesünderen und gerechten Gesellschaft, allein schon, weil es schöner ist darin zu leben. Aber es gibt natürlich noch viel mehr Gründe und auch dafür sind viele der Menschen, mit denen ich gesprochen habe aufgeschlossen. Das Ideal eines frei denkenden Bürgers, dessen Existenz in Zeiten des Überflusses nicht wirklich bedroht sein müsste, ist trotz vielen Jahren Neoliberaler Wirtschaftspolitik noch nicht ganz abhandengekommen.
  1. Eine Zuwandungsgesellschaft von der ich mir wünschen würde, dass wir es immer mehr werden, braucht Integration. Auch darin stimme ich Ihnen zu. Ich möchte aber zu bedenken geben, dass das Gegenteil von Erwerbsarbeit nicht zwingend zuhause bleiben ist. Die meisten Geflüchteten hingegen suchen händeringend nach sinnvollen Aufgaben und Kontakt, obwohl sie (erstmal) nicht Erwerbsarbeiten dürfen, nach heutigem Stand des Gesetzes. Mit einem Grundeinkommen gäbe es viel mehr Möglichkeiten und Freiräume, sich außerhalb des klassischen Erwerbslebens zusammen zu tun, zu engagieren und auch zu integrieren. Die sozialen Beziehungen zwischen den Menschen profitieren eigentlich immer davon, wenn sie von gegenseitigem Konkurrenzdruck um einen Arbeitsplatz befreit werden.
  1. Auch Sie wünschen sich eine Debatte um eine gute Gesellschaft und darum, wie Arbeit in der Zukunft bewertet werden kann, abseits der Einteilung in Erwerbs- und notwendiger nicht honorierter Arbeit. Die Fragen, wie mit zunehmender Automatisierung und Digitalisierung umgegangen werden soll bei gleichzeitigem Anstieg des Bedarfs in der un- oder unter-bezahlten Care-Arbeit bleiben von Ihnen an dieser Stelle leider unbeantwortet. Meine Antwort drauf ist das Bedingungslose Grundeinkommen. Was damit wirklich alles passiert, kann keiner Vorhersagen. Aber wir sollten es wenigstens probieren.