Radikal gerecht

Am Dienstag war der Ökonom Prof. Thomas Straubhaar im Literaturhaus Hannover zu Gast. Für mich eine gute Gelegenheit zwei meiner Leidenschaften miteinander zu verbinden – Autorenlesung und Grundeinkommen. Wie es sich für einen guten Dozenten gehört, hat Herr Straubhaar nicht vorgelesen, sondern frei vorgetragen und auch nach aufmerksamer Lektüre seines Buches, gab es noch einige interessante weitere Informationen. Davon möchte ich hier berichten.  „Radikal gerecht“ weiterlesen

Anerkennung von Arbeit in der Gesellschaft mit Bedingungslosem Grundeinkommen

Als Menschen brauchen wir alle Anerkennung, wir sind soziale Wesen und ohne zwischenmenschliche Beziehungen verkümmern wir.
Ein wichtiger Weg, in unserer Gesellschaft Anerkennung und sozialen gesellschaftlichen Status zu erlangen, ist der Beruf. Es gibt noch viele weitere Formen der Arbeit, die mit deutlich weniger Anerkennung einhergehen. Ein Anliegen von Grundeinkommensbefürwortern ist es, diesen anderen Formen der Arbeit einen besseren Stellenwert zu verleihen. Dieses Ziel teile ich.

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Überlegungen zur Finanzierung eines Bedingungslosen Grundeinkommens

Ist das Bedingungslose Grundeinkommen ein vorab ausgezahlter Steuerfreibetrag? Oder kann man es mit den bisherigen Sozialleistungen verrechnen? 

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Gegen Armut und Ausnutzung zu sein ist nicht elitär, Herr Butterwegge!

Meine Antwort auf die Außenansicht von Herrn Christoph Butterwegge in der Süddeutschen Zeitung zum Thema Grundeinkommen, “Das Grundeinkommen ist nicht egalitär, sondern elitär”:

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Konsumsteuer – ungerecht? Kommt drauf an!

Prof. Götz Werner verbreitet seit einigen Jahren erfolgreich die von Dr. Benediktus Hardorp aufgegriffene Idee Rudolf Steiners, Steuern vom Konsum zu erheben, um damit ein bedingungsloses Grundeinkommen zu finanzieren. Gleichzeitig sollen alle Unternehmen- und Einkommensteuern sowie Sozialversicherungsbeiträge wegfallen. Eine provokante Idee von einem sehr reichen Unternehmer, die auch mich eher soziale und rote Socke zunächst äußerst skeptisch machte.

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John Nash- Nachruf oder Verleumdung?

John Nash war ein genialer Mathematiker. Jeder meint ihn zu kennen, aus dem Film Beautiful Mind. Er war ein Mensch dem viel Unrecht angetan wurde. Seine „Krankheit“ wurde mit Methoden behandelt, die das Ziel hatten seine überragende Intelligenz zu reduzieren. Ich verurteile das, was die Psychiatrie mit ihm gemacht hat. Ich habe Respekt vor dem Menschen, und ich möchte ihn nicht pathologisieren. Man nennt seine Abweichung von der Norm in der Persönlichkeit paranoide Schizophrenie. Das bedeutet, dass er von ungerechtfertigten Ängsten und Verfolgungswahn beeinflusst wurde.  Ich meine damit nicht, dass er deswegen ein schlechterer Mensch ist und möchte seine Würde in keiner Weise antasten.

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Lebensqualität

Lebensqualität. Das ist die kurze Version. Die längere lautet: Satt, sicher, warm, gesund, geborgen, verwirklicht.

Die differenzierte und für mich heute Aktuelle: gutes Essen, leckerer Kaffee, Sonne, Wärme, Blick auf den See, angenehme Gesellschaft, keine objektive oder gefühlte Bedrohung.

“Es kann sehr einfach sein, es sich gut gehen zu lassen”

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Sinnlose Jobs und entfremdete Arbeit

“Gibt es Alternativen zu sinnlosen Jobs?”

 Sätze in der Politik wie “Sozial ist, was Arbeit schafft” oder “was der Wirtschaft dient, dient den Menschen”, führen bei mir nur zum Kopfschütteln. Arbeit ist kein Selbstzweck und leider überhaupt nicht selbstverständlich Sinn stiftend. In diesem Land dienen eher die Menschen der Wirtschaft, als andersrum.

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Warum auch Kleinst-Parteien eine Funktion in der Demokratie haben

Immer wieder wird mir die Frage gestellt, ob es Sinn macht eine Partei zu wählen, die höchstwahrscheinlich nicht über die 5%-Hürde kommt. Da dies auch auf das Bündnis Grundeinkommen zutrifft, möchte ich meine Antwort hier erläutern.

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Politik für die Menschen und Industrie 4.0

Man kann für ein bedingungsloses Grundeinkommen aus sehr vielen verschiedenen Gründen argumentieren, und ebenso natürlich auch dagegen.

“Arbeit ist nur sozial, wenn sie würdevoll ist”

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Selbstabhängigkeit versus toxische Hilfe

Das Gefühl etwas selbst geschafft zu haben, ist sehr wichtig für uns Menschen. Das betrifft besonders das Erwerbsleben, aber eigentlich auch alle anderen Bereiche. „Nein, selbst!“ ist ein Ausspruch den sicherlich jede Mutter von ihren kleinen Kindern kennt. Ob sie ihm nachgibt, ist oft eine Frage von Zeit, Geduld und Toleranz gegenüber Schaden an materiellem. Aber den Stolz des Kindes, das die selbstgewählte Herausforderung geschafft hat, der ist unbezahlbar.

“Der Stolz es selbst geschafft zu haben ist unbezahlbar”

Ist das bedingungslose Grundeinkommen nur eine Utopie?

Im Januar haben Lisa Altmeier und Steffi Fetz von Crowdspondent bei Facebook unter dem Satz “Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen” nach politischen Utopien gefragt. “Ich bin Ärztin und ich habe eine Vision: das Bedingungslose Grundeinkommen” war meine Antwort. Kurze Zeit später bekam ich einen Anruf, das wollten sie genauer wissen. Inzwischen hat sich daraus ein ganzes Interview ergeben, welches im JETZT Onlinemagazin der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht wurde.

http://www.jetzt.de/politik/interview-mit-baukje-dobberstein-vom-buendnis-grundeinkommen

Ärztin Baukje Dobberstein: „Das Sozialsystem macht krank!“

Bedingungsloses Grundeinkommen als Demokratie-Pauschale

Die politische Entwicklung erfasst mich mit Sorge. Kann es wirklich passieren, dass aus Protest erneut nationalistische Kräfte an die Macht kommen? Den Protest selbst kann ich verstehen. Viel zu vielen Menschen geht es schlecht. Der Druck auf dem Arbeitsmarkt steigt, das Geld reicht nicht, Armut und die Angst davor ziehen immer weitere Kreise. Die großen im Bundestag vertretenen Partei stehen alle mehr oder weniger für ein “weiter so”. Für Menschen, denen es nicht gut geht, die unter Armut, Existenzsorgen und Zukunftsängsten leiden, ist das wie ein Schlag ins Gesicht, wenn die Kanzlerin sagt: “Deutschland geht es gut.” Im Subtext steht dann, „ihr merkt es nur nicht, wie gut es euch geht, und falls es wirklich Probleme gibt, dann seid ihr selbst daran schuld.“

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Bedingungslose Existenzsicherung mittels Grundeinkommen

Das Bedingungslose Grundeinkommen ist folgendermaßen definiert:

* Es steht allen Menschen einer politischen Gemeinschaft individuell garantiert  zu
* Es soll in existenzsichernder Höhe sein und gesellschaftliche Teilnahme ermöglichen
* ohne Bedürftigkeitsprüfung (Einkommens-/Vermögensprüfung),
* ohne Arbeitszwang oder sonstige Verpflichtung

Was würde sich durch ein Bedingungsloses Grundeinkommen für die bisherigen Hartz IV (Alg2-) Bezieher in Deutschland ändern?

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Die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens

Wie bringt man die Idee des Grundeinkommens in die Gesellschaft? 

Es gibt viele Wege. Mich hat eine Aussage von Enno Schmidt dazu am meisten überzeugt: „Wer möchte, dass das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) in der breite der Bevölkerung diskutiert wird, der sollte genau das einfach tun. Sprecht mit eurer Familie, mit den Freunden, Kollegen, Sportkameraden, Nachbarn.“ Nach meiner eigenen Erfahrung ergeben sich daraus wirklich interessante Gespräche und Diskussionen. Die meisten Menschen, mit denen ich darüber gesprochen habe, hatten vorher noch (fast) nichts davon gehört. Sie waren interessiert, neugierig, natürlich auch skeptisch, mal mehr, mal weniger ablehnend. Aber fast alle brauchten Zeit, um sich an den Gedanken zu gewöhnen. Genau wie ich. Eine Abkehr von der protestantischen Arbeitsethik passiert nicht über Nacht. Insofern kann ich den Rat von Enno Schmidt nur wiederholen. Sprecht mit den Menschen darüber!

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Wer trägt die soziale Verantwortung beim Bedingungslosen Grundeinkommen?

Werden durch ein Bedingungsloses Grundeinkommen die Unternehmen aus ihrer sozialen Verantwortung entlassen?

Das kommt ganz darauf an, es gibt solche und solche Arbeitgeber. Ich werde auch auf die Unternehmen eingehen, die ihrer sozialen Verantwortung heute schon nicht gerecht werden, aber zunächst mal zu denen, die das sehr wohl noch tun.

Es gibt sie, die Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter nicht einfach auf die Straße setzen, wenn sie sie nicht mehr brauchen. Und es gibt auch Unternehmen, die versuchen ihren Mitarbeitern nicht zu kündigen, wenn sie diese (eigentlich) nicht mehr bezahlen können.

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Auf seinem Platz bleiben

Es ist eine hohe Kunst, seinen Platz im Leben zu finden. Und es ist oft ebenso schwer an seinem Platz zu bleiben. Ich möchte dabei zwei Dinge voneinander unterscheiden. Das Eine ist die zeitliche Dimension. Ich bin sicher kein Verfechter der „Schuster, bleib bei deinen Leisten“- Redewendung. Wenn man es auf das ganze Leben gesehen betrachtet, halte ich es für sinnvoll, ja für notwendig, dass man auch Ziele hat, die außerhalb des schon bekannten Radius liegen. Aber wenn man die Sache für den Moment betrachtet, dann ist es ein hohes Gut, seinen eigenen Platz zu kennen. Damit meine ich auf der einen Seite die eigenen Möglichkeiten und Handlungsspielräume, auch zB die Verantwortung für das eigene Wohlergehen zu übernehmen. Und zum anderen auch die Grenzen zu erkennen. Die Grenzen der eigenen Kompetenz und auch die der Rolle, der sozialen Position, in der man sich befindet. Diese Grenzen können in beide Richtungen verschoben sein, manchmal auch zugleich.

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Alles Erwerbsarbeit oder was?

Würden wir mit einem Grundeinkommen weniger arbeiten oder könnten wir endlich arbeiten, was wir für sinnvoll halten, weil wir weniger Zeit dafür aufwenden müssten, Geld zu verdienen?

Wenn es um das Bedingungslose Grundeinkommen geht, wird oft gefragt, wie das dann mit der Arbeit ist. Dazu gibt es mehreres zu sagen und ich möchte an dieser Stelle zwei verschiedene Perspektiven unterscheiden. Zum ersten möchte ich auf das Argument eingehen, dass Arbeit ja wichtig sei und man niemanden mit einem Grundeinkommen als Stilllegungsprämie abspeisen sollte. Im zweiten Schritt geht es um die Perspektive jener, welche sich Sorgen machen, ob die gesellschaftlich notwendigen Aufgaben dann noch erledigt werden.

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gebraucht werden

Es geht um das “gebraucht werden”. Das ist eines der Themen, die bei der Diskussion um das Bedingungslose Grundeinkommen mitschwingen. Wenn es um Digitalisierung und damit verbundene Veränderungen in der Arbeitswelt geht, reicht es nicht darauf zu verweisen, dass jede industrielle Revolution nicht nur Arbeitsplätze verloren, sondern immer auch neue geschaffen hat. Industrie 4.0 ist eine andere Qualität, auch wenn viele vor allem ältere Politiker das noch nicht wahr haben wollen. Unternehmer und jüngere Mitarbeiter wissen sehr genau, worum es dabei geht. Und nicht ohne Grund setzen sich beide Gruppen zunehmend für ein Grundeinkommen ein, wenngleich auch nicht alle für ein bedingungsloses, so wie Joe Kaeser von Siemens.

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